Dienstag, 27. Juni 2017

die korrekte Rangfolge in der Gesellschaft



Dass man das Alter ehrt und den Damen den Vortritt lässt, weiß jedes Kind.

Was aber, wenn man aus Versehen zuerst dem freundlichen Nachbarn die Hand entgegengestreckt hat und erst dann bemerkt, dass neben ihm die Gastgeberin steht?

Richtig peinlich wäre es jetzt, die Hand wieder zurückzuziehen und zunächst die Gastgeberin zu begrüßen, womöglich noch mit einem dümmlichen Kommentar, wie etwa „oh, zuerst die Dame!“

Damit würde man nur den Nachbarn düpieren, der inzwischen wahrscheinlich schon seine Grußhand in Bewegung gesetzt hat.


So ein kleines Missgeschick kann jedem passieren. 

Am besten begrüßt man wie geplant den Nachbarn und schenkt dann der Hausfrau die volle Aufmerksamkeit. Das Ganze kann man mit einem freundlichen Lächeln charmant überspielen.  

.....  und nächstes Mal macht man es dann in der korrekten Reihenfolge.

Dienstag, 13. Juni 2017

ungehöriges Verhalten




Es gab eine Zeit, da hatten Personen des öffentlichen Lebens eine Vorbild-Funktion.

Jedenfalls wurde uns beigebracht, dass man diese Menschen respektieren und sich an Ihrem Verhalten ein Beispiel nehmen sollte.

Inzwischen kann man den Nachwuchs vor dem Benehmen mancher Persönlichkeit nur warnen.

Es fängt bei der zu lang gebundenen Krawatte an und hört bei miserablen Tischmanieren noch lange nicht auf.

Kürzlich fiel mir bei der Laudatio eines Jubilars eine junge Verbands-Präsidentin auf.            
Ihr Vorredner hatte dem Ehrengast gerade eine gravierte Vase mit ausgewählten Blumen überreicht und zu einer kleinen Ansprache angesetzt. In diesem Moment drängte sich die besagte Dame an ihm vorbei und fing sogleich an, ihre Rede herunterzurattern. Dabei beschrieb sie in ausführlichster Weise, warum sie sich für einen Bildband als Präsent und nicht für Blumen oder andere unnütze Staubfänger entschieden hatte, die sie für völlig ungeeignet halte.


Früher wäre man übrigens nie auf die Idee gekommen, eine solche Person als Dame zu bezeichnen!

Freitag, 7. April 2017

Die Sprache des Bestecks



Sprachkenntnisse können das Leben erleichtern.
Manchmal ist es auch von Vorteil, wenn man die Sprache des Bestecks beherrscht.

Immer wieder stelle ich fest, dass viele meiner amerikanischen Kunden diese europäischen Regeln nicht kennen.
Gewöhnlich essen sie nicht alles auf; es bleibt fast immer ein Rest liegen.
Wenn noch dazu das Besteck irgendwie auf oder neben dem Teller liegt, erkennt das Servicepersonal nicht, dass abgeräumt werden kann. Dann kann ein 3-gängiges Menü schon mal mehrere Stunden dauern, weil die gesamte Tischgesellschaft auf den nächsten Gang warten muss. Der wird ja erst serviert, wenn alle soweit sind.
Wenn man die Regeln kennt, ist es dagegen ganz einfach.

                                                              Ich möchte noch weiteressen:                              

  (im Dreieck, Spitzen nach oben)  


ich bin satt:

 
(diagonal nebeneinander auf 10 vor 4)

noch Fragen?

Montag, 13. März 2017

Umgang mit der Serviette



Unsicherheiten bei der Handhabung der Serviette sind weit verbreitet.

Wo gehört sie hin?

Wann nimmt man sie vom Tisch?

Wie benutzt man sie?

Was macht man damit, wenn man während der Mahlzeit aufsteht?

Wo legt man sie nach dem Essen hin?

Bei einem Fest habe ich kürzlich beobachtet, dass der mit drei Tellern beladene Kellner die Vorspeise nicht servieren konnte, weil die kreativ gefalteten Servietten im Weg standen. Der arme Kerl stand hilflos hinter zwei Gästen, die ihn überhaupt nicht zur Kenntnis nahmen. Schließlich setzte er die Teller einfach auf die Servietten drauf!

Wahrscheinlich wussten die beiden Herren nicht, dass man die Serviette vom Tisch nimmt, sobald mit dem Servieren begonnen wird.

Vermutlich hatte ihnen auch niemand beigebracht, dass man sich die Serviette halb aufgefaltet quer auf den Schoß legt, und dass sie dort während der gesamten Mahlzeit liegen bleiben soll, 

auch wenn man sich zwischendurch mit einer Ecke den Mund abtupft.

Jemand sollte ihnen sagen, dass man sie lose zusammengefaltet links neben dem Teller ablegt, wenn man während des Essens aufsteht,

und dass man sie nach der Mahlzeit, ebenfalls lose gefaltet, auf den Tisch zurücklegt.

Samstag, 10. Dezember 2016

deutsches Frühstück




Werkags muss es schnell gehen, aber am Wochenende wird in deutschen Familien gemütlich gefrühstückt.

Im Idealfall holt der Papa frische Brötchen vom Bäcker. Ich kann mich an Zeiten erinnern, als es bei uns neben den Brötchen auch Schokoküsse (damals durfte man sie noch Mohrenköpfe nennen) und für jeden ein Rubbellos gab.

Auf dem Tisch steht schon alles bereit: Butter, Marmelade, Honig, Käse, Wurst, gekochte Eier, Obst und Fruchtsaft.

Die heißen Getränke werden erst im letzten Moment zubereitet. Meistens wird Kaffee getrunken, manchmal auch Tee. Für die Kinder gibt es warme Milch oder Kakao.

Die Tüte mit den knusprigen Brötchen wird in den bereitgestellten Korb ausgeschüttet, und dann kann es auch schon losgehen.

Hierzulande darf man das Frühstücksbrötchen ohne weiteres mit dem Messer quer aufschneiden und eine Hälfte nach der anderen wie eine Stulle bestreichen.

Beim Brötchen, das vor einer Hauptmahlzeit gereicht wird, ist das anders. Dieses liegt auf einem kleinen Teller links vom Gedeck. Man bricht davon mundgerechte Stückchen ab und bestreicht sie nach und nach mit Butter oder Aufstrich.

Kalorien hin oder her, aushöhlen darf man das Brötchen auf keinen Fall!



Donnerstag, 1. Dezember 2016

Komplimente machen will gelernt sein



Komplimente sind gut und tun gut; wer wollte das Gegenteil behaupten?

Natürlich schmeichelt es, wenn man für seine Leistung beglückwünscht wird, wenn die eigenen Fähigkeiten gewürdigt werden oder das eigene Aussehen gelobt wird. 

Das ist Balsam für die Seele.

Nicht jedem ist jedoch das Talent angeboren, nette Komplimente zu machen. Das kann man lernen oder bei anderen abschauen, und man sollte einige Regeln beherzigen.  

Zwar darf durchaus etwas übertrieben werden, aber ein Kompliment sollte einigermaßen glaubwürdig klingen. 

Eine 2-Zentner-Frau zu ihrer tollen Figur zu beglückwünschen, ist ziemlich plump – es sei denn, sie hat gerade 20 Kilo abgenommen! Eher sollte man vielleicht die schicke Frisur, das hübsche Kleid oder den geschmackvollen Schmuck kommentieren.

Häufig kommt es auch vor, dass Komplimente auf Kosten Dritter gemacht werden.

Gerade kürzlich  bei der Bambi-Verleihung war das wieder zu beobachten. Zunächst lobte der Preisträger die vielen schicken Damen im Publikum, aber im gleichen Atemzug lenkte er die Aufmerksamkeit auf seine Begleiterin und sagte, wie stolz es ihn mache, dass die Schönste und Eleganteste von allen an seiner Seite sei. 
Dass er damit alle anderen anwesenden Frauen herabsetzte, war ihm wohl nicht bewußt.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Bitte anworten


Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit, werden mit Angeboten, Anzeigen und Infomationen überhäuft. Der Briefkasten vor der Haustür läuft über, die Tageszeitung passt vor lauter beigelegten Prospekten nicht mehr in das Zeitungsrohr, und auch das Email-Postfach enthält Unmengen von Müll.

Man sollte aber differenzieren und eine persönliche Email-Nachricht anders behandeln als das 150.Superangebot für Druckertoner.

Eine persönlich adressierte Email, die Fragen oder Informationen enthält, sollte auf jeden Fall beantwortet werden.

Man braucht keinen langen Aufsatz zu schreiben, wenn man keine Zeit hat. Es gehört sich jedoch, dass man wenigstens eine kurze Rückmeldung gibt. Sonst weiß der Absender nicht einmal, ob seine Email angekommen ist.

Es reichen wenige Worte :
Danke für die Mail, ich komme später darauf zurück
Ich habe gerade keine Zeit, bis nachher
Ich bin im Stress, antworte später
Ich bin im Urlaub, melde mich am 15.11.
Wenn es sich nur um eine Info handelt, reicht auch ein Wort : Danke

Überhaupt nicht zu reagieren, ist einfach schlechter Stil