Donnerstag, 18. Juni 2015

Marmelade, Konfitüre und Gelee


Die Erdbeer-Ernte ist in vollem Gange. Jetzt wird Marmelade gekocht  -  oder heisst es Konfitüre?

Als Marmelade und Konfitüre werden üblicherweise Brotaufstriche bezeichnet, die aus Früchten und Zucker hergestellt werden. Dabei wird das kleingeschnittene Obst mit dem Zucker eingekocht, bis es die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

So weit so gut.

Nun gilt es aber den Unterschied zwischen den Begriffen zu definieren, und das ist gar nicht so einfach.

Früher war für mich ganz klar: die Deutschen und die Österreicher sagen Marmelade; die Schweizer sagen Konfitüre.

Später habe ich gelernt, dass  das Obst in der Konfitüre stückig, in der Marmelade aber cremig ist.

Dass es eine deutsche Konfitürenordnung gibt, weiß ich erst seit kurzem. Diese besagt, dass nur Brotaufstrich aus Zitrusfrüchten als Marmelade bezeichnet werden darf, dabei darf sie immerhin Schalenteile und sogar kleinere Fruchtstücke enthalten. Es überrascht mich nicht, dass es dafür auch eine entsprechende EU-Vorschrift gibt.

Ach, und bevor wir es vergessen:  Seit 2003 gibt es eine Ausnahmeregelung für Österreich. Dort darf man den guten alten Begriff Marmelade auch heute noch ungestraft für alle Sorten verwenden, ob stückig, cremig, aus Zitrusfrüchten oder aus anderen Obstsorten!

Wie mir scheint, ist die  Sachlage nur bei Gelee klar. Das ist meines Wissens immer noch die Bezeichnung für den mit Zucker eingekochten Saft frischer oder gefrorener Früchte, also ganz und gar ohne Stücke oder Schalen.  

Aber wer weiss, vielleicht gibt es demnächst auch für Gelee eine neue EU-Verordnung. Die Brüsseler Beamten müssen ja beschäftigt werden.