Mittwoch, 23. Dezember 2015

bei Tisch_2


Das entdeckte ich kürzlich am schwarzen Brett der Schulkantine in der Grundschule Schlossborn. Beeindruckend!

Man kann nur hoffen, dass es nicht bei der Theorie bleibt. Hoffentlich werden ganz viele der Schüler "Mensa-Kinder".

Aber auch der eine oder andere Erwachsene könnte sich die Regeln etwas genauer ansehen, nicht nur für das Verhalten in der Kantine ....




Donnerstag, 10. Dezember 2015

verständliche Sprache



Kürzlich nahm ich an einer Sitzung in einem deutschen Elektronik-Unternehmen teil. Es ging um die Vorstellung eines neuen Systems.

Die Teilnehmer waren deutsche Firmen-Mitarbeiter mit Englisch-Kenntnissen. Einige sprachen recht gutes Englisch, andere verfügten lediglich über Schul-Englisch.

Da das Produkt vom amerikanischen Lieferanten vorgestellt wurde, hatte man sich für Englisch als Konferenz-Sprache entschieden und auf eine Verdolmetschung verzichtet.  

Der amerikanische Referent wusste, wer seine Zuhörer waren. Man hatte ihm auch gesagt, dass es bei einigen mit den Sprachkenntnissen etwas haperte. Er war Kalifornier, ein dynamischer Yuppie, und mit der Materie bestens vertraut. Auch war er nicht zum ersten Mal in Europa, hatte schon öfters ähnliche Produktvorstellungen im Ausland abgehalten. 

Er sprach sehr schnell, nuschelte, schaute abwechselnd auf sein Notebook und auf die Leinwand, kaum auf die Zuhörer. Zudem benutzte er viele amerikanische Slang-Ausdrücke. Das war für jeden eine Herausforderung; aber einige konnten ihm überhaupt nicht folgen.

Hier fehlten eindeutig die zwei R : Der Junge zeigte weder Respekt vor seinem Publikum, noch nahm er Rücksicht auf deren Sprachprobleme.

Ich würde das als schlechtes Benehmen bezeichnen.

Wenn wir mit jemandem reden, der unsere Sprache nicht gut beherrscht, sollten wir uns bemühen, deutlich und in klaren Sätzen zu sprechen, um dem anderen das Verstehen zu erleichtern. Allzu lässige, schnoddrige, gar dialektgefärbte Ausdrucksweisen sind dann nicht angebracht.


Montag, 30. November 2015

Hühner und Gänse





Nein, weder die Gänse, noch die Hühner lachen bei solchen Tischmanieren!

Neulich im Restaurant beobachtete ich einen Herrn am Nebentisch, der doch tatsächlich die Gänsekeule in die Hand nahm und genüsslich abknabberte. 

Natürlich erwartet niemand, dass man beim Richtfest das Hühnerbein mit Messer und Gabel zerteilt. Das wäre in der Tat total spießig.

Dagegen geht es gar nicht, im Restaurant die Geflügelkeule aus der Hand zu verspeisen.

Die Regel besagt: Geflügel, das größer ist als eine Wachtel, wird mit Messer und Gabel gegessen.


Ausnahmen sind rustikale Gelegenheiten wie Grillfeste im Freien, Jahrmärkte oder ähnliche Veranstaltungen. 

Ein klares Indiz dafür, dass man den Hähnchenschenkel in die Hand nehmen darf, sind die Papiermanschette oder das Wasserschälchen mit Zitrone. 


Freitag, 20. November 2015

Protokoll


Das Protokoll sei keine Hürde, sondern eine Hilfe, das hat Barbara Bush einmal gesagt.

Was für das politische und diplomatische Parkett gilt, ist grundsätzlich auch im Privaten gültig. Verhaltensregeln können unser Leben vereinfachen und den gesellschaftlichen Umgang erleichtern.

Wie viel wohler fühlt man sich, wenn man sich dem Anlass entsprechend richtig gekleidet fühlt. Wie viel lockerer kann man sich unterhalten, wenn man die Tabu-Themen des Smalltalks kennt und wie viel relaxter kann man das Essen genießen, wenn man weiß, welches Besteck für welche Speise gedacht ist.

Umgangsformen sollten aber nicht auf das Gesellschaftsleben beschränkt sein. Gutes Benehmen fängt zu Hause an. 

Auch in der eigenen Familie sollten die zwei RRs des guten Benehmens gelebt werden:

Respekt und Rücksichtnahme

Respekt vor den Leistungen, Gefühlen und Meinungen der Anderen

Rücksichtnahme auf Wünsche und Bedürfnisse der Anderen


Fangen wir damit doch gleich damit an! Wie wär’s, wenn wir am Wochenende mal am Tisch sitzen bleiben, bis alle in Ruhe fertig aufgegessen haben – ohne nervös mit dem Stuhl zu wackeln oder auf das Handy zu schielen? 

Mittwoch, 7. Oktober 2015

etwas Handschriftliches ?



Heutzutage schreibt kaum mehr jemand einen Brief mit der Hand.

Alles wird per Email, sms, WhatsApp oder Facebook erledigt. Die Tastatur ist ohnehin immer in der Nähe.

Man hält sich auch nicht lange mit Schnörkeln auf, sondern kommt gleich zum Punkt.  Das geht schnell und ist sehr praktisch.

Außerdem weiß man, dass die Botschaft ankommt.  Andernfalls wird man ja postwendend informiert. Es kann höchstens passieren, dass eine Email im Spam-Ordner des Empfängers landet, aber das ist dann einfach Pech. 

Diese Art der Korrespondenz passt so richtig in unsere schnelllebige Zeit und zu den oberflächlicher gewordenen zwischenmenschlichen Beziehungen.

Es gibt aber einige Lebensbereiche, bei denen andere Regeln gelten.

Sehr private Briefe sollten auch heute noch von Hand geschrieben und mit der normalen  Post verschickt werden. 

Beileidsschreiben an Freunde oder gute Bekannte gehören zu dieser Kategorie, Genesungs- oder Glückwünsche an ältere Menschen  ebenfalls. Ich finde auch, dass ein Liebesbrief von Hand geschrieben werden sollte.

In diesem Fall sollte man sich die Mühe machen, seinen Füller rauszuholen und einige Zeilen handschriftlich zu Papier zu bringen.

Nicht jeder hat seine ordentliche Schreibschrift in das digitale Zeitalter retten können. Es fehlt  die Übung. 

Da könnte dann ein anderes modernes Phänomen zum Einsatz kommen:  Outsourcing!
Kürzlich las ich, dass es in Berlin den passenden Dienstleister gibt. In einem Schreibbüro kann man seine Liebesbriefe handschriftlich abschreiben lassen. Das Büro soll 80 vollamtliche Mitarbeiter beschäftigen. 

Dienstag, 29. September 2015

Sekt, Champagner & Co.



Es ist nicht mehr  DAS Luxusgetränk wie zu Opas Zeiten.  Inzwischen machen ihm sogar einige edle Mineralwässer den Rang streitig .

Trotzdem kommt kaum jemand auf die Idee, Champagner aus einem ganz normalen Glas zu trinken.
Man trinkt ihn aus einer SEKTFLÖTE  oder  einem SEKTKELCH,  aus einer CHAMPAGNERTULPE oder aus einer flachen SEKTSCHALE. Die Wahl des Glases ist Geschmackssache. Der eine mag den Champagner gerne schön spritzig, den anderen stört die Kohlensäure.
Die Perlen bleiben im Kelch und in der Tulpe länger erhalten als in der Schale, wo sie sehr schnell entweichen.
Nach dem Ausschenken wird die geöffnete Champagnerflasche idealerweise in einen Champagnerkübel oder in einen Sektkühler gestellt.
In guten Lokalen schenkt der Kellner nach. Das wird genauso gehandhabt wie beim Wein. Man bedient sich nicht selbst (auch wenn man selbst dafür zahlt!).
Was aber passiert mit der Flasche, wenn sie leer ist?
Häufig kann man beobachten, dass der Kellner die leere Flasche mit dem Kopf nach unten in den Sektkübel zurückstellt. Auch das macht der Gast nicht selbst.

Dienstag, 21. Juli 2015

schweißtreibende Temperaturen


"Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag" . 
Auf den ersten Blick scheint die Bauernregel dieses Jahr nicht zuzutreffen, dass nämlich das Wetter vom 27.Juni den Sommer über anhält. 
Wie wir aber alle wissen, kam es durch die Einführung des gregorianischen Kalenders zu einer Verschiebung, sodass eigentlich der 7.Juli für das Sommerwetter ausschlaggebend ist. Da war das Wetter in Deutschland tagsüber heiß und sonnig, abends gewittrig. 

Wir können uns also auf einen heißen Sommer einstellen.  

Seit Tagen zeigt das Thermometer Werte um 30 Grad und sogar darüber. Legere Kleidung ist angesagt.  Man tut gut daran, sich so leicht wie möglich anzuziehen. Die bevorzugten Materialien sind jetzt Baumwolle und Leinen.

Natürlich kann man bei diesen Temperaturen nicht vermeiden, dass sich auf der Haut gelegentlich ein leichter Feuchtigkeitsfilm bildet. Aber man kann dafür sorgen, dass es nicht unangenehm riecht. Parfum allein reicht allerdings nicht. Da hilft nur Wasser.

Auf die tägliche Dusche sollte man in diesen Tagen auf keinen Fall verzichten, auch nicht auf die Benutzung eines geeigneten Deos. Zusätzlich darf es auch mal ein Hauch Körperpuder sein oder ein erfrischendes Fußbad, nicht nur zum eigenen Wohlbefinden, sondern auch für die Nasen der Mitmenschen.

Wer bei schwülem Wetter schon einmal eine Umkleidekabine betreten hat, in der vorher ein müffelnder Kunde war, der weiß wovon ich rede. Da kann einem schon mal leicht übel  werden.

Die eigene Körperhygiene gehört zu einem harmonischen Miteinander, und sie steht in direktem Zusammenhang mit den beiden Zauberwörtern des guten Benehmens:


Respekt und Rücksichtnahme

Montag, 6. Juli 2015

Na dann Prost !



Bei diesen hohen Temperaturen macht es richtig Spaß, den Tag bei Bier oder Wein ausklingen zu lassen. Man sitzt im Biergarten oder in der kühlen Weinstube zusammen und genießt die entspannte Atmosphäre. 

In vergnügter Runde wird mit den Freunden gerne angestoßen. Manchmal ergibt sich dabei auch das ungezwungene Du mit dem noch nicht so vertrauten Tischnachbarn. So kommt man sich näher und kann trotzdem einen gewissen Abstand bewahren.

Das Gläserklingen unterstreicht die heitere Stimmung. Der Weinkelch ergibt einen hellen Klang. Der Boden des Bierglases klingt schön voll und dumpf. 

Ein lockererTrinkspruch oder ein freudiges "Prost" muntern noch zusätzlich auf. 

Bei offiziellen Anlässen ist Anstoßen jedoch nicht angebracht, und mit dem Champagnerglas sollte man überhaupt nicht anstoßen. 

Man erhebt das Glas vor sich und nickt seinem Gegenüber kurz zu, bevor man den ersten Schluck trinkt. 

Donnerstag, 18. Juni 2015

Marmelade, Konfitüre und Gelee


Die Erdbeer-Ernte ist in vollem Gange. Jetzt wird Marmelade gekocht  -  oder heisst es Konfitüre?

Als Marmelade und Konfitüre werden üblicherweise Brotaufstriche bezeichnet, die aus Früchten und Zucker hergestellt werden. Dabei wird das kleingeschnittene Obst mit dem Zucker eingekocht, bis es die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

So weit so gut.

Nun gilt es aber den Unterschied zwischen den Begriffen zu definieren, und das ist gar nicht so einfach.

Früher war für mich ganz klar: die Deutschen und die Österreicher sagen Marmelade; die Schweizer sagen Konfitüre.

Später habe ich gelernt, dass  das Obst in der Konfitüre stückig, in der Marmelade aber cremig ist.

Dass es eine deutsche Konfitürenordnung gibt, weiß ich erst seit kurzem. Diese besagt, dass nur Brotaufstrich aus Zitrusfrüchten als Marmelade bezeichnet werden darf, dabei darf sie immerhin Schalenteile und sogar kleinere Fruchtstücke enthalten. Es überrascht mich nicht, dass es dafür auch eine entsprechende EU-Vorschrift gibt.

Ach, und bevor wir es vergessen:  Seit 2003 gibt es eine Ausnahmeregelung für Österreich. Dort darf man den guten alten Begriff Marmelade auch heute noch ungestraft für alle Sorten verwenden, ob stückig, cremig, aus Zitrusfrüchten oder aus anderen Obstsorten!

Wie mir scheint, ist die  Sachlage nur bei Gelee klar. Das ist meines Wissens immer noch die Bezeichnung für den mit Zucker eingekochten Saft frischer oder gefrorener Früchte, also ganz und gar ohne Stücke oder Schalen.  

Aber wer weiss, vielleicht gibt es demnächst auch für Gelee eine neue EU-Verordnung. Die Brüsseler Beamten müssen ja beschäftigt werden.


Donnerstag, 28. Mai 2015

Kerzenlicht am helllichten Tag





Brennende Kerzen auf dem Tisch sehen hübsch aus. Sie geben ein weiches Licht und erzeugen ein stimmungsvolles Ambiente. 


In den letzten Jahren ist mir jedoch aufgefallen, dass in einigen Lokalen auch tagsüber Kerzen angesteckt werden. Das finde ich ziemlich unpassend. 


Bei Tageslicht verliert eine brennende Kerze ihre Wirkung. Da gibt es nichts zu erhellen, man kann sich höchstens die Finger daran verbrennen. 


Anders ist es in der dunklen Jahreszeit. Wenn im Winter schon um vier Uhr nachmittags die Dämmerung einsetzt, hat das Kerzenlicht seine Berechtigung. Dabei sollte man für eine gedämpfte Umgebung sorgen und nicht noch zusätzlich grelle Lampen einschalten. Sonst  ist die gemütliche Atmosphäre gleich wieder futsch!



Mittwoch, 22. April 2015

Zwischensaison auf dem Kuchenteller






Es gibt zwar schon Erdbeeren, aber sie kommen von weit her und, wenn wir ehrlich sind, schmecken sie jetzt noch nicht.

Apfelkuchen haben wir im Winter häufiger gegessen. Also kriegt jetzt die Birne ihre letzte Chance, bevor es mit dem regionalen Beerenobst losgeht.

Dieses Wochenende gibt es Birnen-Tarte, und das ist mein bewährtes Blitz-Rezept :

Teig
Mürbeteig herstellen, dünn ausrollen und in eine flache Tarteform legen (noch schneller geht es mit fertigem Blätterteig)
mit einer Gabel mehrmals einstechen
Auf Wunsch mit Ingwer-Gelee oder Orangenmarmelade dünn ausstreichen

Füllung
Einige dünne Streifen Marzipanrohmasse auf dem Teigboden verteilen
3-4 feste, reife Birnen schälen, Kerngehäuse entfernen und in schmale Schnitze schneiden
Birnenschnitze gleichmäßig auf dem Boden verteilen

Guss
einige Amarettini-Kekse in 1/2 Becher Sahne bröseln,
1 EL Mehl mit der anderen Hälfte der Sahne gut verrühren, damit keine Klümpchen entstehen. 
Beides vermengen
2-3 EL Zucker,
etwas Vanille-Extrakt,
Abrieb einer halben Orange oder Zitrone
und evtl. 1 Tropfen Bittermandelaroma dazugeben,
1 Ei verquirlen und ebenfalls hinzufügen.
Zum Schluss noch einen kleinen Schuss Amaretto-Likör dazu und 
alles gut verrühren.

Den Guss gleichmäßig über die Birnen gießen.
Auf Wunsch ein paar gehobelte Mandeln darüberstreuen

Backen
Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 220° 10 Minuten backen,
Temperatur auf 200° runterschalten und den Kuchen in ca 20 Minuten fertig backen

Jetzt fehlt nur noch der Puderzucker und das Werk ist vollendet. Es schmeckt lauwarm oder kalt.