Donnerstag, 27. November 2014

Was zieht man bloß zum Weihnachtsessen an?




Gerade kam die Frage wieder auf :

Was zieht man an zum weihnachtlichen Essen im Restaurant?

Die Saison der Weihnachtsessen ist in vollem Gange, und bei uns wird  kein Truthahn begnadigt und auch keine Gans.  Bei den vielen Gänsekeulen, die hierzulande verspeist werden, frage ich mich allerdings, ob es etwa spezielle Züchtungen mit zusätzlichen Beinen gibt!



Es gibt kaum ein Restaurant, das im Moment kein Gänsemenü anbietet.  Reichhaltig garnierte Gänsekeulen mit Klößen und Rotkohl gibt es derzeit in fast jeder Gaststätte, im Möbelhaus und seit neuestem sogar im Freien am Mainufer. Dafür braucht man sich nicht sonderlich aufzustylen. Wichtig ist bei diesen Temperaturen nur, dass man schön warm eingepackt ist.

Anders ist es beim festlichen Essen in einem Restaurant der gehobenen Klasse. Da sollte man sich ein bisschen eleganter anziehen, schon aus Rücksicht auf die anderen Gäste. 

Der Herr trägt zu diesem Anlass einen Anzug in gedeckter Farbe, alternativ einen dunklen Blazer, aber auf jeden Fall bindet er eine Krawatte um (bei Individualisten darf es auch eine farbige Fliege sein). 
Bei der Dame kann es ein eleganteres Kleid, ein Kostüm oder ein Hosenanzug sein. Passend ist auch die Kombination von Kleid, Rock oder Hose mit einer schicken Jacke.

Übertrieben hingegen ist in diesem Fall die Abendgarderobe aus durchsichtigem Stoff, mit großem Dekolleté oder mit viel Glitter. Dieses Outfit kann man sich für Silvester aufheben.




Mittwoch, 12. November 2014

Hochsaison für Kürbis


                                      Ende Oktober fängt die Kürbissaison an.                                     

Man sieht sie im Moment in jedem Supermarkt, auf den Wochenmärkten und vor den Haustüren - als herbstliche Dekoration oder als geschnitzte, angsterregende Fratzen.
In der Schweiz tragen sie die Kinder als "Räbeliechtli" durch die anbrechende Dunkelheit.

Ich mag sie am liebsten in der Küche



Bevor die Martinsgans in den Ofen kommt, gibt es bei mir Kürbis satt: 

Kürbiskuchen, Kürbisgemüse, Kürbis-Kartoffel-Stampf und natürlich Kürbissuppe!
Je nach Stimmung  mache ich sie schärfer oder milder, mal mit Zimt und einem frischen Rosmarinzweig, mal mit einem Stück Ingwer und etwas Chili. Meistens füge ich eine Kartoffel bei oder eine Mischung aus Karotten, Sellerie und Lauch. 

Das ist derzeit mein Favorit :
1 EL Butterschmalz
2 Schalotten oder kleine milde Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
500 g Kürbisfleisch (Hokkaido), in Würfel geschnitten
1 große mehlige Kartoffel, gewürfelt
½ Tasse klein geschnittenes Suppengemüse (Karotte,Sellerieknolle,Lauch,Petersilie)
500 ml Wasser
1 knapper EL Salz
1 gute Prise gemahlener Pfeffer
1 Prise Cayenne-Pfeffer
klein geschnittene Chilischote oder Chiliflocken
1 kleine Prise Muskatnuss
2 cm frischer Ingwer, klein geschnitten
200 ml flüssige Sahne
500 ml Gemüsebrühe
1 Handvoll Kürbiskerne
ca 1 dl locker aufgeschlagene Sahne oder Crème fraîche, etwas Kürbiskernöl

Zwiebeln und Knoblauch in der Butter anschwitzen,
gewürfeltes Gemüse hinzufügen und leicht andünsten,
Kürbis- und Kartoffelwürfel und Ingwer dazugeben, mitdünsten,
Wasser und Gewürze dazugeben.
Die Suppe ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist,
anschließend pürieren,
mit Brühe und Sahne aufgießen, unter Rühren aufwärmen (nicht mehr kochen), abschmecken.
Kürbiskerne leicht knusprig anbraten.
Suppe in die Teller füllen, mit  Sahne, Kürbiskernen und etwas Kürbiskernöl dekorieren 


Dienstag, 4. November 2014

Pflichten des Hausgastes



Dass man das Bett abzieht, wenn man bei Freunden übernachtet hat, war für mich schon immer selbstverständlich.

Man zieht die Laken und Bezüge ab und legt alles locker gefaltet auf einen Stuhl oder auf das Bettende.  Auch die benutzten Badetücher faltet man einmal zusammen und legt sie oben auf die  Bettwäsche. Nur wenn sie noch feucht sind, lässt man sie besser im Badezimmer. Dann hängt man sie ordentlich über den Badewannenrand.

Ausgenommen von dieser Regel sind Gastgeber mit Hauspersonal. Da lässt man stattdessen ein angemessenes Trinkgeld auf dem Nachttisch liegen.

Eine andere Ausnahme war meine kürzlich verstorbene Freundin Gesa. Sie  war ein besonderer Mensch mit einem großen Herzen, war unkompliziert und ließ schon mal Fünfe grade sein.
Für profane Dinge wie Bügeln hatte sie keine Zeit und zum Sortieren der Wäsche auch nicht. T-Shirts, Handtücher und Bettlaken hatten bei ihr die gleiche grau-braun-blaue Farbe und einen einheitlichen Knitterlook.

Dafür hatte sie immer Zeit für ihre Freunde und ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen, und sie war überaus gastfreundlich. Bei ihr fühlte man sich stets willkommen. Man kriegte immer eine selbstgekochte Mahlzeit und konnte jederzeit in ihrem Gästezimmer übernachten.

Allerdings durfte man bei ihr nach der Übernachtung die Bettwäsche nicht abziehen. Nach nur einer Nacht konnte da ja noch ein anderer Gast drin schlafen. Sie war überzeugt, dass alle ihre Gäste auf körperliche Hygiene achteten. Warum also Wasser, Strom und Zeit verschwenden!

Ich bin ein bisschen pingeliger und hatte zur Sicherheit immer einen Schlafsack im Gepäck, wenn ich in ihre Richtung fuhr.