Freitag, 28. März 2014

Pünktlichkeit



Meine Freundin Corinna kommt regelmäßig mindestens 20 Minuten zu früh. Da wir eng befreundet sind und uns lange kennen, ist es in ihrem Fall kein großes Problem. Sie ist völlig unkompliziert und schlägt dann schon mal die Sahne für den Nachtisch auf.

Normalerweise geht das natürlich nicht. Die Höflichkeit gebietet es, dass man sich an die angegebenen Zeiten hält. Zu früh sollte man auf keinen Fall erscheinen,  aber man sollte auch nicht mehr als höchstens 15 Minuten zu spät kommen. Nicht umsonst spricht man von der akademischen Viertelstunde, auf die sich die Gastgeber einstellen. 

Diese Regel gilt in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, wenn  eine bestimmte Uhrzeit angegeben ist. Wenn es auf der Einladung aber heißt "ab xx Uhr", kommt man besser nicht zu pünktlich, sondern mindestens die besagte Viertelstunde später.

Manchmal steht auf schriftlichen Einladungen auch ein erklärender Zusatz. Wenn nach der Uhrzeit die Abkürzung c.t. (lateinisch cum tempore = mit Zeit) steht, heißt das, dass man sich Zeit lassen kann, im Gegensatz zu s.t. (lateinisch sine tempore = ohne Zeit) was bedeutet, dass um pünktliches Erscheinen gebeten wird.

Etwas lockerer geht es in südlichen Ländern zu. Dort nimmt man es mit der Pünktlichkeit generell nicht so genau.

Auch in Großbritannien definiert man Pünktlichkeit etwas anders. In gewissen englischen Kreisen gehört es sich sogar, dass man wesentlich später erscheint. Wenn man unsicher ist, kann man sich im vorhinein bei den Gastgebern erkundigen, wie die angegebene Uhrzeit zu interpretieren ist.

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