Freitag, 28. März 2014

Pünktlichkeit



Meine Freundin Corinna kommt regelmäßig mindestens 20 Minuten zu früh. Da wir eng befreundet sind und uns lange kennen, ist es in ihrem Fall kein großes Problem. Sie ist völlig unkompliziert und schlägt dann schon mal die Sahne für den Nachtisch auf.

Normalerweise geht das natürlich nicht. Die Höflichkeit gebietet es, dass man sich an die angegebenen Zeiten hält. Zu früh sollte man auf keinen Fall erscheinen,  aber man sollte auch nicht mehr als höchstens 15 Minuten zu spät kommen. Nicht umsonst spricht man von der akademischen Viertelstunde, auf die sich die Gastgeber einstellen. 

Diese Regel gilt in Mitteleuropa, vor allem im deutschsprachigen Raum, wenn  eine bestimmte Uhrzeit angegeben ist. Wenn es auf der Einladung aber heißt "ab xx Uhr", kommt man besser nicht zu pünktlich, sondern mindestens die besagte Viertelstunde später.

Manchmal steht auf schriftlichen Einladungen auch ein erklärender Zusatz. Wenn nach der Uhrzeit die Abkürzung c.t. (lateinisch cum tempore = mit Zeit) steht, heißt das, dass man sich Zeit lassen kann, im Gegensatz zu s.t. (lateinisch sine tempore = ohne Zeit) was bedeutet, dass um pünktliches Erscheinen gebeten wird.

Etwas lockerer geht es in südlichen Ländern zu. Dort nimmt man es mit der Pünktlichkeit generell nicht so genau.

Auch in Großbritannien definiert man Pünktlichkeit etwas anders. In gewissen englischen Kreisen gehört es sich sogar, dass man wesentlich später erscheint. Wenn man unsicher ist, kann man sich im vorhinein bei den Gastgebern erkundigen, wie die angegebene Uhrzeit zu interpretieren ist.

Montag, 17. März 2014

deutsche Rechtschreibreform


Mann habe ich mich darüber aufgeregt. Aber man muss sich ja zwangsläufig anpassen.

1996 gab es im deutschen Sprachraum eine Rechtschreibreform, und das war der Anfang eines beispiellosen Verwirrspiels. Immer wieder kamen neue Reform-Fassungen heraus.

Einige Zeitungsverlage blieben gleich bei der alten Rechtschreibung (und sind es zum Teil bis heute geblieben), andere haben sich immer wieder an die neueste Version angepasst.

Gefreut hat sich vermutlich nur der Duden-Verlag, der seinen Umsatz ordentlich steigern konnte.

Seit der verpflichtenden Einführung in den Schulen sind nunmehr 10 Jahre vergangen, aber die Unsicherheiten sind geblieben.

Man hat manchmal den Eindruck, dass die orthografischen Fehler nicht nur bei den neuen, sondern sogar bei den unveränderten Schreibweisen zugenommen haben.

Ein typisches Beispiel ist die Unterscheidung zwischen dem klein geschriebenen man mit einem N und dem groß geschriebenen Mann mit zwei N.

Mann, das hat man doch schon in der Grundschule gelernt!

Im Deutschen bedeutet das Substantiv Mann bekanntermaßen das Gegenteil von Frau, während man ein unpersönliches Pronomen (Fürwort) ist und für sowas wie irgendwer, alle, die Mehrheit, die Öffentlichkeit oder die Gesellschaft  steht.


Eigentlich sollte man sich das merken können. 

Samstag, 8. März 2014

soziale Netzwerke



Was hat man früher nur gemacht, als es noch keine sozialen Netzwerke wie Facebook gab? 
Zyniker sagen, damals hätte man noch mit seinen Mitmenschen geredet und sich dabei angeschaut.

Ich bin beileibe kein Gegner moderner Kommunikationsmittel, bin selbst bei verschiedenen Netzwerken registriert, sowohl beruflich als auch privat.

Dank Facebook bin ich mit einigen alten Freunden aus Jugendtagen wieder in Kontakt gekommen. Ich weiss jetzt, was meine Cousinen in Italien und Spanien so machen. Ich kann sehen, welche Kolleginnen in Südamerika geheiratet haben oder Mütter geworden sind. Da kommt keine Weihnachtskarte mit.

Natürlich muss man aufpassen, was man von sich preisgibt. Ich halte nichts davon, mein Innerstes nach Außen zu kehren und habe auch kein Interesse daran, intime Details von anderen zu erfahren. Andererseits macht es natürlich keinen Sinn, sich bei Facebook zu registrieren, wenn man nicht bereit ist, wenigstens ein Minimum an Informationen zu veröffentlichen. Dann sollte man es gleich ganz lassen.

Bei meinen privaten Kontakten bin ich ziemlich selektiv und habe nicht den Ehrgeiz, hunderte von „Freunden“ zu gewinnen, was wiederum zu peinlichen Situationen führen kann.

Manche Freundschaftsanfrage kann einen vor eine schwierige Entscheidung stellen.

Man stelle sich vor, der eigene Vorgesetzte wollte sich mit einem vernetzen. Wie reagiert man da?

Bisher habe ich es immer so gehalten, dass ich gewisse Freundschaftsanfragen ignoriert habe. Das könnte man als Arroganz auslegen. Aber dieses Risiko gehe ich ein. Ich erzähle meiner Bankberaterin ja auch nicht, was sich so alles in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen abspielt.