Freitag, 21. Februar 2014

Mais in aller Munde


     Polenta e umido (hier Hirschgulasch)

Mais wird in Deutschland zum Thema. Ganze Landstriche sind inzwischen vermaist. Er dient als Biomasse oder als Futter bei der Viehzucht, und derzeit wird mal wieder in allen Medien über Genmais diskutiert.

Bei uns zu Hause wurde über Mais nicht diskutiert. Er gehörte zu den Grundnahrungsmitteln (für Menschen).
Polenta aus Maisgrieß hatte bei uns ungefähr den Stellenwert wie hierzulande die Kartoffeln. Sie kam mehrmals wöchentlich als Beilage zu den klassischen Gerichten auf den Tisch, 
zum Beispiel zu
Umido (Gulasch von Kalb, Schwein oder Wild)
Ossobuco (geschmorte Kalbshaxen-Scheiben)
Ragù  (Hackfleischsauce)
Spezzatino (Geschnetzeltes)
Pilzragout
oder 
Baccalà (Stockfisch)

Wie bei den meisten Nationalgerichten ist das Rezept denkbar einfach:
1 Liter Wasser in einem weiten Topf zum Kochen bringen
1 gehäuften TL Salz und etwas Olivenöl hinzufügen
Topf vom Feuer nehmen
Hitze reduzieren
250 gr (2 Joghurtbecher) feinen Maisgrieß in das Salzwasser rieseln lassen und mit einem festen Schneebesen zu einem ebenmäßigen Brei rühren.
Deckel wieder auf den Topf setzen und die Polenta unter gelegentlichem Umrühren langsam garen lassen.

Nach ca 30-40 Min. löst sich die fertige Polenta leicht vom Topfrand und kann entweder als „Kuchen“ etwa 5 cm hoch auf einem Holzbrett ausgestrichen oder in eine feuerfeste Schüssel geschüttet werden.
Übrig gebliebene Polentascheiben kann man  bei 180° im Backofen aufwärmen oder daraus einen leckeren Schicht-Auflauf mit Gorgonzola und Schinken backen.
Köstlich schmecken auch gebratene Polentascheiben mit geschmolzenem Käse oder mit Spiegelei.
Als leichtes Abendessen für Kinder oder Kranke gab es bei uns Sugoli, weiche Polenta-Nocken mit warmer Milch und Streuzucker.
Dabei fällt mir ein Lied aus meiner Kindheit ein :
Se l‘mare fosse tocio e i monti de polenta, o mamma che tociada .....
zu deutsch: Wenn das Meer aus Sauce wäre und die Berge aus Polenta, o Mutter, wär das ein Getunke


Na dann,  guten Appetit !


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