Freitag, 28. Februar 2014

Begrüßung mit Handschlag?



 
Muss man sich bei der Begrüßung immer die Hand geben? 

Eine feste Regel gibt es nicht. 

Ältere Menschen erwarten zwar häufig einen Handschlag. Ansonsten sollte man es von der jeweiligen Situation abhängig machen. 

Kulturelle, praktische oder hygienische Gründe können dagegen sprechen. 

Im angelsächsischen Raum zum Beispiel ist die Sitte des Handschlags nicht so verbreitet wie bei uns. In Asien gibt es sie überhaupt nicht. 

Manchmal ist es auch einfach zu kompliziert. Wenn man im Winter erst umständlich die Handschuhe ausziehen muss, wenn der tropfende Regenschirm erst zusammengeklappt werden muss oder wenn man mit Akten oder Taschen bepackt ist. Dann reichen ein freundliches Nicken und der mündliche Gruß. Dass man dabei seinem Gegenüber in die Augen schaut, versteht sich von selbst. 

Vielen ist es aus unterschiedlichen Gründen unangenehm, anderen Menschen, vor allem Fremden,  die Hand zu drücken. Während der Grippesaison etwa haben viele Angst davor, sich irgendwelche Viren oder Bakterien einzufangen. Im Sommer scheuen manche davor zurück, eine möglicherweise verschwitzte Hand anzufassen.

Unabhängig davon, wie man selbst empfindet, sollte man auch bei der Begrüßung die Gefühle der Mitmenschen respektieren. 

Wenn einem aber jemand die Hand zur Begrüßung entgegenstreckt, muss man sie drücken, sogar wenn derjenige im Rang niedriger ist. Alles andere wäre ein Affront.

Freitag, 21. Februar 2014

Mais in aller Munde


     Polenta e umido (hier Hirschgulasch)

Mais wird in Deutschland zum Thema. Ganze Landstriche sind inzwischen vermaist. Er dient als Biomasse oder als Futter bei der Viehzucht, und derzeit wird mal wieder in allen Medien über Genmais diskutiert.

Bei uns zu Hause wurde über Mais nicht diskutiert. Er gehörte zu den Grundnahrungsmitteln (für Menschen).
Polenta aus Maisgrieß hatte bei uns ungefähr den Stellenwert wie hierzulande die Kartoffeln. Sie kam mehrmals wöchentlich als Beilage zu den klassischen Gerichten auf den Tisch, 
zum Beispiel zu
Umido (Gulasch von Kalb, Schwein oder Wild)
Ossobuco (geschmorte Kalbshaxen-Scheiben)
Ragù  (Hackfleischsauce)
Spezzatino (Geschnetzeltes)
Pilzragout
oder 
Baccalà (Stockfisch)

Wie bei den meisten Nationalgerichten ist das Rezept denkbar einfach:
1 Liter Wasser in einem weiten Topf zum Kochen bringen
1 gehäuften TL Salz und etwas Olivenöl hinzufügen
Topf vom Feuer nehmen
Hitze reduzieren
250 gr (2 Joghurtbecher) feinen Maisgrieß in das Salzwasser rieseln lassen und mit einem festen Schneebesen zu einem ebenmäßigen Brei rühren.
Deckel wieder auf den Topf setzen und die Polenta unter gelegentlichem Umrühren langsam garen lassen.

Nach ca 30-40 Min. löst sich die fertige Polenta leicht vom Topfrand und kann entweder als „Kuchen“ etwa 5 cm hoch auf einem Holzbrett ausgestrichen oder in eine feuerfeste Schüssel geschüttet werden.
Übrig gebliebene Polentascheiben kann man  bei 180° im Backofen aufwärmen oder daraus einen leckeren Schicht-Auflauf mit Gorgonzola und Schinken backen.
Köstlich schmecken auch gebratene Polentascheiben mit geschmolzenem Käse oder mit Spiegelei.
Als leichtes Abendessen für Kinder oder Kranke gab es bei uns Sugoli, weiche Polenta-Nocken mit warmer Milch und Streuzucker.
Dabei fällt mir ein Lied aus meiner Kindheit ein :
Se l‘mare fosse tocio e i monti de polenta, o mamma che tociada .....
zu deutsch: Wenn das Meer aus Sauce wäre und die Berge aus Polenta, o Mutter, wär das ein Getunke


Na dann,  guten Appetit !


Donnerstag, 20. Februar 2014

die Smoking-Jacke bleibt an!


Nicht nur die Faschingszeit, auch die Ballsaison ist in vollem Gange, und auch hier dreht sich alles um das passende Outfit.
Bei der Abendgarderobe sind die Herren der Schöpfung mal wieder besser dran als wir Frauen. Haben sie einmal in einen klassischen schwarzen Smoking investiert, reicht das für Jahre, wenn nicht für Jahrzehnte. Es sind höchstens zwischendurch ein neues Hemd oder eine andere Fliege, vielleicht mal ein paar neue Manchettenknöpfe fällig.

Ansonsten ist der Herr beim Ball im schwarzen Smoking immer passend angezogen, 
wenn er denn einige Grundregeln beachtet :

Die Hemdärmel sollen etwas länger sein als die Jackenärmel, damit die Manchette auch bei gebeugtem Ellbogen unter dem Jackenärmel hervorguckt.

Zum Smoking trägt man schwarze Kniestrümpfe. Kurze Socken sind ein absolutes no-go.

Klassischerweise gehören zum Smoking schlichte schwarze Lackschuhe. Wer sich dafür nicht begeistern kann, sollte zumindest glatte schwarze Schuhe tragen, weder Budapester noch ähnlich sportliches Schuhwerk.
Beim "Kummerbund" gehen die Meinungen auseinander. Das ist Geschmackssache, oder eine Frage der Figur. Trägt der Herr eine Weste, fällt die Schärpe ohnehin weg.

Aber egal ob mit oder ohne Weste, die Smoking-Jacke bleibt den ganzen Abend an,.... auch wenn es beim Tanzen mal ein bisschen heißer zugeht.

Donnerstag, 13. Februar 2014

übertrieben gute Manieren


Man kann es auch übertreiben.

Kürzlich habe ich bei einem Frühstück beobachtet, wie sich ein Herr ganz besonders um gute Manieren bemühte und dabei den Bogen etwas überspannte.

Eine Hochzeitsgesellschaft saß am Morgen nach dem Fest  bei einem amerikanischen Brunch zusammen. Das Selbstbedienungs-Buffet bot eine große Auswahl an kalten und warmen Speisen und eine Vielfalt an Getränken.

Unser Bekannter Tom saß mit 6 Damen und weiteren 3 Herren an einem der runden 10-er Tische. Wann immer eine der Damen sich nun erhob, um Nachschub vom Buffet zu holen, stand der gute Tom auf, und er stand wieder auf und rückte ihr den Stuhl zurecht, wenn sie mit dem gefüllten Teller an ihren Platz zurückkehrte. Das praktizierte er nicht nur bei seinen beiden Tischnachbarinnen, sondern auch bei allen anderen weiblichen Gästen an seinem Tisch. Er selbst kam dabei kaum zum Essen, und es war ein ewiges Auf und Ab!

Hier hatte jemand die gesellschaftlichen Regeln ein bisschen zu eng ausgelegt. Was bei einem gesetzten Essen durchaus für gute Manieren spricht, ist im Falle eines Selbstbedienungs-Buftets völlig fehl am Platze.


Für ihn selbst gab es sicher auch eine positive Seite; zumindest kam die Tischgymnastik seiner Figur und seiner Fitness zugute!

Sonntag, 2. Februar 2014

Tut dem Dativ etwas Gutes



„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“.
Der schmale Band von Bastian Sick war vor einigen Jahren der Renner. Er lag auf jedem Schreibtisch und war in aller Munde.
Aber der Genitiv ist wiederauferstanden, und er wird immer beliebter.

Nun bittet uns die F.A.Z.: ".... tun Sie ihm etwas Gutes, dem Dativ !"

In der Tat fällt auf, dass der deutsche Durchschnittsbürger mit den Fällen völlig undifferenziert umgeht. 

Unabhängig von irgendwelchen Regeln, gibt es auch hier Modeströmungen. Mal geht es in die eine Richtung, mal in die andere, jetzt also zum Genitiv.

Laut dem aktuellen Duden müsste man aber wissen, dass nach laut immer noch der Dativ folgt und dank unserem Grammatikbuch kann man sicher sein, dass nach dank auch kein Genitiv folgt. Der Duden lässt ihn zwar unter Umständen, vor allem im Plural, neben dem Dativ gelten. Aber ich bin auch bei der Grammatik für klare Verhältnisse und halte mich an den Dativ. Man sagt ja auch  Meinem Deutschlehrer sei Dank“, oder etwa nicht?

Wohl dem, der Nachschlagewerke in digitaler oder gedruckter Form besitzt und im Zweifelsfall mal kurz nachschauen kann.