Dienstag, 26. November 2013

Beileid



Kürzlich habe ich ein Interview mit einem Beerdigungsunternehmer gelesen, der eine Webseite mit Vorlagen für Beileidsbekundungen betreibt. Im Internet findet man inzwischen eine ganze Anzahl ähnlicher Seiten mit geschliffen formulierten Texten. Offensichtlich besteht Bedarf.
Viele fühlen sich hilflos, wenn sie mit einem Todesfall konfrontiert sind.
Der Umgang mit trauernden Mitmenschen fällt schwer. Man versucht, den Tod aus dem Alltagsleben herauszuhalten und geht den Hinterbliebenen aus dem Weg. Das geschieht meist aus Unsicherheit, weil man nicht weiß, wie man sich verhalten soll.
Dabei wären ein paar herzliche Worte oder eine stumme Umarmung manchmal so hilfreich.
Im Einzelfall mag eine Textvorlage für einen Beileidsbrief hilfreich sein, besonders wenn man den Verstorbenen und seine Hinterbliebenen nicht sehr gut kannte.
Handelt es sich jedoch um nähere Bekannte, Nachbarn, Freunde oder Verwandte, sollte man sich die Mühe machen und ein paar persönliche Worte schreiben. Man kann dafür durchaus eine fertige Karte nehmen und auf der Innenseite handschriftlich sein Beileid ausdrücken.
Eine Kondolenzkarte mit bloßer Unterschrift unter einer gedruckten Beileidsfloskel wirkt dagegen sehr unpersönlich, und ein Beileidsschreiben in Form eines Computerausdrucks oder gar als Email ist absolut stillos.

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