Montag, 25. Februar 2013

Blauschimmelkäse




Schuld ist immer wieder die Frau!


Man denke nur an die Tortellini, die ein verliebter Koch nach einem heimlichen Blick durchs Schlüsselloch kreiert haben soll. 


Auch der Roquefort – Käse soll im Zusammenhang mit einer erotischen Begegnung, rein zufällig,  entstanden sein. 


Nach der Legende zog sich ein französischer Schäfer zum Essen mit einem Stück Brot und frischem Schafmilchkäse in eine kühle Felsengrotte zurück. Als ein schönes Mädchen des Weges kam, vergaß er seine Mahlzeit und folgte ihr. Erst mehrere Wochen später kam er wieder in die Grotte. Sein Käse war inzwischen verschimmelt. Der Schäfer war jedoch sehr hungrig und aß den Käse trotz der blaugrünen Adern. Und der schmeckte ihm so gut, dass er fortan jeden Laib vor dem Verzehr für einige Zeit in die Grotte legte.

Heute gehört Blauschimmelkäse auf jede Käseplatte.  Es gibt ihn aus Kuhmilch, Schafmilch und aus Ziegenmilch, mit mehr oder weniger Fett in der Trockenmasse. Der französische Roquefort und der dänische Danablu sind recht kräftig, der italienische Gorgonzola ist etwas milder im Geschmack, wie auch der französische Rochebaron. Zu meinen Lieblingssorten gehört der besonders cremige Gorgonzola dolce mit Mascarpone, der dem Saint Augur ähnlich ist. Den sehr ausgeprägten Geschmack des englischen Blue Stilton mag nicht jeder. Ich finde ihn köstlich zum Abschluss eines guten Abendessens, und dann gerne mit etwas Portwein beträufelt  (die Tropfen dürfen ruhig ein bisschen größer sein!)

Jedenfalls schmeckt Blauschimmelkäse ausgesprochen lecker, ob auf Brot, als Vorspeise mit Birnen, im Salatdressing, in der Pastasauce, im Gratin, zu Polenta oder Pellkartoffeln, oder, oder, oder  ..... 

Montag, 18. Februar 2013

Übersetzungsprogramme



Man trifft immer wieder Leute, die sich elektronische Übersetzungsprogramme zulegen wollen


..... und ich werde nicht müde zu erklären, dass Maschinen den Übersetzer aus Fleisch und Blut nie werden ersetzen können.

In eine gute Übersetzung fließen Sprachgefühl, grammatikalisches Verständis, Allgemeinbildung, fachliche Kenntnisse und nicht zuletzt Geist und Lebenserfahrung ein.


Kürzlich erzählte der Schweizer Schriftsteller Martin Suter von seinem französischen Übersetzer.


Dieser soll den Sinn eines deutschen Satzes nicht ganz richtig interpretiert haben.


                "Er kam mit einer Fahne an“  So der Ausgangstext.


und das hat der Mann angeblich daraus gemacht :


                Er fuhr mit Standarte vor"


Diese herrliche Anekdote habe ich inzwischen zu meinem Lieblingsargument erkoren.

Sie zeigt, dass Übersetzen mehr ist als die mechanische Übertragung von Wörtern einer Sprache in eine andere!

Montag, 11. Februar 2013

Email-Verkehr


.... gerade mal ein paar Tage abwesend und der Posteingang quillt über ! 

Am liebsten würde man die ganzen eingegangen Emails ungelesen löschen und sich um die wirklich dringenden Dinge kümmern. 

Das ist natürlich reines Wunschdenken. Neben den vielen Spams sind ja auch immer ein paar wichtige Nachrichten dabei.

Es bleibt also nichts anders übrig, als die ganze Liste durchzusehen  ....  und nicht an die guten alten Zeiten zu denken, als der Postbote die 5 oder 6 Briefe pro Tag noch persönlich vorbeibrachte!

Am Schluss ist die Liste meist beträchtlich zusammengeschrumpft, und es ist nur noch eine überschaubare Anzahl Mails zu lesen und zu bearbeiten.

Manchmal steht man jedoch so unter Zeitdruck, dass man es einfach nicht schafft, das gewünschte Angebot in Ruhe zu kalkulieren oder das Projekt im Detail zu beschreiben. 

Dann sollte man aber zumindest den Empfang der Email bestätigen und dem Absender (per einfacher Antwort-Funktion) kurz mitteilen, dass man sich später nochmals melden wird. So weiß er, dass seine Mail nicht im weltweiten Netz verloren gegangen ist.

Ich finde, das gehört zum höflichen Umgang mit den Mitmenschen, ob es sich nun um geschäftliche oder private Angelegenheiten handelt.


Montag, 4. Februar 2013

der Tischherr





Es gibt solche und solche!
Im Laufe der Jahre hatte ich das Vergnügen  mit sehr unterschiedlichen Tischherren.

Es waren viele interessante, originelle, unterhaltsame und amüsante dabei, aber auch richtige Langweiler. 


Ganz spontan fällt mir da eine Hochzeit auf dem Lande ein. Laut Placement sollte neben mir ein Gast mit dem Vornamen Helge sitzen . Ich erwartete einen Herren, was denn sonst? Aber dann kam eine Dame mittleren Alters, eine völlig harmlose Erscheinung. Aber das war reine Täuschung.  Sie gehörte nämlich zu den Eingeweihten, war mit dem Bräutigam verwandt und kannte jeden und von jedem alles, alle Verschwägerungen, Verhältnisse und Verwicklungen. Kurz, sie war eine unerschöpfliche Quelle von Anekdoten und sehr unterhaltend. Das ist sicherlich 20 Jahre her, und ich habe noch immer einiges davon im Ohr.


Natürlich habe ich auch total langweilige Tischherren erlebt. An die kann ich mich verständlicherweise nicht mehr erinnern. 


Kürzlich aber hatte ich einen Herrn neben mir, an den ich mich noch einige Zeit erinnern werde. Er hätte mir beinahe den Abend verdorben. 


Es war bei einem gesetzten Essen in vornehmer Umgebung, alles sehr edel. Leider hatten sich die Gastgeber mit der Tischordnung nicht genug Mühe gegeben. Die Gäste waren rechts und links an langen, breiten Tischen plaziert. Die Stirnseiten waren leer. Nun hatte ich das Pech, am unteren Ende zu sitzen; folglich hatte ich nur einen Tischnachbarn. Für eine Unterhaltung mit meinem Gegenüber war der Tisch zu breit. Eigentlich wäre das kein Problem gewesen, wenn mein Tischherr Manieren gehabt hätte. Er unterhielt sich aber intensiv mit der Dame an seiner linken Seite, die er offensichtlich besser kannte. Dabei wandte er mir die ganze Zeit seinen breiten Rücken zu und nahm mir damit jede Möglichkeit, mich wenigstens an dem Gespräch zu beteiligen. 


Glücklicherweise bin ich von Natur aus neugierig und liebe es, Leute zu beobachten. Und es gab viel zu sehen an diesem Abend -  viele hübsche Menschen in eleganter Ballkleidung, aufregende Roben, atemberaubende Ausschnitte, abenteuerliche Highheels, schicke Smokingträger, interessante Paarungen, ...... und trotzdem habe ich mich über den ungezogenen Flegel neben mir geärgert.

PS 
als die Vorspeise serviert wurde, fiel dem Herrn sein schlechtes Benehmen doch noch auf und er entschuldigte sich dafür. Immerhin!