Sonntag, 27. Januar 2013

herzhafter Käsekuchen

 
Chäsfladä  - 

Wenn die Zwerge am Fladä-Friitig aus der Gfätterlischuel (vom Kindergarten) kamen, hielt unsere gute Nachbarin Frau Gmür für jeden von ihnen einen kleinen Kuchen bereit.

In meiner Kindheit aß man am Freitag  kein Fleisch. Mittags kam Fisch auf den Tisch, abends häufig Kuchen. Es gab diesen flachen Kuchen, den man in der Schweiz Fladen oder Wähen nennt; in Frankreich kennt man ihn als Quiche.


Wie so vieles, gibt es auch diese Tradition nicht mehr. Aber ich backe gerne ab und zu einen dieser herzhaften Fladen, heute mal mit Käse :

meinen schnellen Mürbeteig mache ich aus

200 g Mehl

½ TL Salz

75 g  flüssigem Fett (Butter, Margarine oder Schweineschmalz)

100 ml Wasser



Während der Teig im Kühlschrank ruht, mische ich die Zutaten für die Füllung :

1 Lauchstange in schmale Ringe schneiden und in Bratbutter leicht anschwitzen, dann abkühlen lassen

2 große Eier  mit

125 gr Schlagsahne  und

125 gr saurer Sahne oder Schmand aufschlagen

2 EL Mehl hinzufügen

250 gr geriebenen Käse unterziehen*

gehackte Petersilie untermischen

mit Pfeffer und Muskat würzen



den Teig in eine flache Pie-Form drücken,      mit einer Gabel mehrmals einstechen,

abgekühlte Lauchringe darauf verteilen,

Käsemasse einfüllen und unten in den vorgeheizten Ofen schieben



Backen : ca. 30 Min bei 220°, 
bis der Kuchen eine schöne goldbraune Farbe hat



*am liebsten mag ich den Kuchen mit einer Füllung moitié-moitié, d.h. mit halb Gruyère und halb Fribourger Vacherin (auf keinen Fall zu verwechseln mit Vacherin Mont d’Or, der dafür viel zu weich ist!) . Da es diesen schnittfesten Vacherin in Deutschland kaum gibt, nehme ich stattdessen

½ Gruyère, ½ Emmenthaler

oder

½ Gruyère, ½ Bergkäse



Der Kuchen schmeckt am besten warm, mit einem knackigen Salat und einem guten Glas Wein. Das wärmt die Seele, besonders in diesen frostigen Tagen ! 

Dienstag, 22. Januar 2013

RSVP



r.s.v.p.  steht für répondez s’il vous plaît. Das ist Französisch und heisst bitte antworten Sie.

Die deutsche Entsprechung ist  u.A.w.g., d.h. um Antwort wird gebeten.


Die Abkürzungen findet man auf schriftlichen Einladungen und sie bedeuten, dass der Einladende eine verbindliche Antwort erwartet. 


Es ist eine Frage der Höflichkeit, auf eine schriftliche Einladung zu antworten. Wenn nach dem rsvp ein Datum steht, sollte man unbedingt bis zu diesem Tag zu- oder absagen.


Man kann dies per Brief, Email, Fax oder Telefon machen, am besten jedoch schriftlich.


Anstelle des international üblichen  r.s.v.p. steht auf amerikanischen Einladungen manchmal  excuses only. In diesem Fall muss man sich nur melden um abzusagen. Ansonsten geht der Gastgeber davon aus, dass man der Einladung Folge leistet und plant entsprechend.

Dienstag, 15. Januar 2013

groß oder klein ?


Bis vor wenigen Jahren war die Regel klar:  in Briefen schrieb man Du  und  Sie  groß.


Jetzt wird unterschieden . In der Höflichkeitsform wird das Pronomen nach wie vor groß geschrieben. Nur bei der vertrauten Du-Form hat es sich gelockert. Heutzutage wird  du  und  ihr  klein geschrieben, und das gilt auch für alle dazugehörigen Pronomina, also  -  


du, dir, dein, ihr, euch, euer .....

Das wird im Brief heute alles klein geschrieben.



Es bedeutet jedoch nicht, dass man denjenigen, die man duzt, nicht genau so viel  Respekt entgegenbringt wie weniger vertrauten Adressaten.
 

Ich bin der Meinung, dass der Respekt vor dem Mitmenschen nicht davon abhängen sollte, ob man ihn besser oder weniger gut kennt. 



Bei  Briefen an betagtere Freunde und Verwandte halte ich mich übrigens immer noch an die alte Rechtschreibregel.  Die alten Leute würden das sonst vielleicht als unhöflich missverstehen.

Montag, 7. Januar 2013

am Frühstücksbuffet



Ich müsste es besser wissen.

Und trotzdem bin ich immer wieder geschockt über den erkennbaren Mangel an guten Manieren in einigermaßen gepflegter Umgebung.

Dabei sollte man doch annehmen, dass die Gäste in einem 5 Sterne-Hotel sich zu benehmen wissen!

Aber Luxus hat eben nicht unbedingt etwas mit Stil zu tun.

Da stand also dieser Typ (Herr möchte ich ihn unter den gegebenen Umstanden nicht nennen)  breitbeinig vor der Brotabteilung am Frühstücksbuffet, vor sich eines dieser mit weißer Serviette ausgelegten Silberkörbchen, und studierte in aller Ruhe die Auswahl an Backwaren.  Dann wählte er aus dem ersten Korb eine Semmel, schnitt sie mit dem Brotmesser auseinander, legte das zerteilte Brötchen bedächtig in sein Körbchen, wandte sich andächtig dem nächsten Korb zu, schichtete dort ein bisschen was um und wählte dann ein Körnerbrötchen, das er ebenfalls durchschnitt und in sein Körbchen legte. So ging es weiter, bis er schließlich 6 verschiedene Brötchen schmierfertig beisammenhatte. Dass sich hinter und neben ihm eine Schlange bildete, schien ihn nicht im geringsten zu interessieren.  Er nahm jedenfalls keine Notiz davon.

Für mich gehört das in die Abteilung „rücksichtsloses Verhalten“.

Wie war das noch bei Knigge ?

Rücksicht und Respekt sind die Grundlagen guten Benehmens