Mittwoch, 24. Oktober 2012

das ist doch Käse

 
                        (Teil einer Schweizer Käsetheke, vor kurzem in einer Migros aufgenommen)

Daran kann ich mich einfach nicht gewöhnen. 

Warum muss ich mich im deutschen Supermarkt an der Fleischtheke anstellen, wenn ich doch Käse kaufen will?

Hierzulande beginnt die Schlange beim Frischfleisch, passiert die Wurstauslage und kommt erst danach beim Käse an. Als Kunde muss ich mir also erst einmal Schnitzel und Eisbein, Mettwurst und Sülze anschauen, bevor ich mich mit dem Thema Käse auseinandersetzen kann.

Auseinandersetzen – das trifft es ganz gut.

Mittlerweile gibt es in den meisten Supermärkten eine größere Auswahl an deutschen und ausländischen Käsesorten. Manchmal, wenn man ganz großes Glück hat, gibt es dort eine Fachkraft, die sich auskennt. Bei Rewe in Kelkheim gibt es eine Asiatin (!), die echt Ahnung hat. Aber das ist die Ausnahme; gewöhnlich herrscht tiefste Ignoranz. 

Man sollte also nicht allzu anspruchsvoll sein. Gerne wird man bedient, wenn man Gouda, Leerdammer oder Edamer kauft, am besten als Aufschnitt von der Maschine. Da kennt man sich aus.  
                                                                                                                                         
Vermessene Wünsche jedoch,  wie Rohmilch-Camembert oder gereifter Tilsitter, können schon Unverständnis hervorrufen. Meistens geht der Service gerade so weit, dass die Dame hinter der Theke die Informationen auf dem Schildchen vorliest. Da stehen immerhin das Herkunftsland, der Fettgehalt und eine Beschreibung, wie etwa kräftig oder mild.

Eine weitere Hürde ist der Wunsch nach Käse am Stück. Eine bloße Gewichtsangabe reicht nicht aus. Es wird erwartet, dass man ein Maß angibt, also zum Beispiel 2 cm. Zur Bestätigung wird das große Messer dann bei  4 cm angesetzt. Man hat aber die Chance, vor dem endgültigen Schnitt noch verbessernd einzugreifen.  Dabei sollte man allerdings bedenken, dass hier die Stücke im allgemeinen nach unten hin dicker werden, je nach Sorte bis zur doppelten Stärke. Da wird aus den geplanten 200 gr leicht ein 350 gr Stück

Bei Parmesan und Weichkäse wird dagegen sehr ungern geschnitten. Da sollte man die Bedienung nicht überfordern und sich zügig für eines der vorbereiteten Stücke entscheiden. 

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