Freitag, 29. Juni 2012

herzlichen Dank für die Einladung




In manchen Kreisen ist es schon zu einer Standard-Floskel geworden : bitte keine Geschenke!

Wie soll man sich also verhalten ?

Es kommt vor, dass es auf der Einladung den Hinweis auf einen „guten Zweck“ gibt, für den man spenden kann.
Idealerweise ist eine Kontonummer angegeben, sodass man den gewünschten Betrag problemlos überweisen kann. 

Manchmal ist vor Ort für alle sichtbar eine kleine Kasse aufgestellt, in welche man seine Spende stecken kann. Am besten legt man schon zu Hause einen Geldschein (keine Münzen) in einen Umschlag und steckt das geschlossene Couvert bei der Ankunft in das dafür vorgesehene Kästchen oder auf den bereit gestellten Teller. Der Umschlag sollte neutral sein und keine Rückschlüsse auf den Spender erlauben. 

In allen anderen Fällen sollte man trotz anderslautender Anweisung eine Kleinigkeit als Dankeschön mitbringen. 

Wenn man die Gastgeber nicht gut kennt, sollte dieses Mitbringsel möglichst neutral sein, zum Beispiel ein Blumenstrauß. Hierbei ist zu beachten, dass Schnittblumen angebrachter sind als Topf-Pflanzen.  Man kann auch eine Schachtel Konfekt mitbringen, eine gute Flasche Wein, ein kleines Buch oder eine CD.

Aber hier lauern böse Stolperfallen.

Wenn man die Wohnungseinrichtung nicht kennt, kann man bei der Farbe der Blumen unter Umständen  total daneben liegen; in diesem Fall also keine schreienden Farben wie Orange, Lila oder Pink. Dass rote Rosen tabu sind, sollte bekannt sein. Die sind einzig und allein der „Dame des Herzens“ vorbehalten.

Ein Pralinenkasten kann schlecht ankommen, wenn die Gastgeber prinzipiell keine Süßigkeiten essen oder im Bekanntenkreis kundgetan haben, dass sie gerade eine Diät machen.

Dasselbe gilt für Alkohol. Wehe man gerät an einen Abstinenzler oder womöglich an einen  „trockenen Alkoholiker“! 

Wenigstens in Ansätzen sollte man den Geschmack der Gastgeber kennen, wenn man sich für Literatur oder Musik als Mitbringsel entscheidet.

Im angelsächsischen Raum sind die sogenannten Coffeetable Books sehr beliebt. Das sind Bildbände aller Art, die man theoretisch auf den Wohnzimmertisch legen kann  -  daher der Name.

Von individuelleren Dingen wie Parfum, Pflegeprodukten, Modeaccessoires oder ähnlichem ist dringend abzuraten, wenn man die Gastgeber nicht wirklich gut kennt. Das ist einwandfrei zu persönlich und könnte die Intimsphäre oder den Geschmack des Beschenkten verletzen.

Samstag, 23. Juni 2012

Deutschland - Volk der Dichter und Denker






Weder Politiker, noch Moderatoren oder Journalisten scheinen sich heutzutage sonderlich um korrekte Sprache zu bemühen.

„es gibt Bedarfe ...“  tat kürzlich ein Regierender Bürgermeister kund.
Vielleicht muss man es in diesem Fall damit entschuldigen, dass der gute Mann so sehr mit Armut und Sex in seiner Stadt beschäfitgt ist, dass er sich um die Armut in der Sprache nicht auch noch kümmern kann.

Soweit die Politiker, die ja höchst unterschiedliche Berufsausbildungen haben.
Aber was ist mit der schreibenden Zunft ?
Mir stellen sich die Haare zu Berge, wenn ich Sätze lese, wie :„beide haben 6 Kinder, 3 eigene und 3 adoptierte“. Ach wirklich, hat jeder von ihnen 3 eigene und 3 adoptierte Kinder? Was für eine Leistung und was für ein Zufall! 
Wenn man die Familienberichte in den Klatschblättern nicht regelmäßig verfolgt, könnte man glatt die falschen Schlüsse ziehen.  Nur der informierte Leser weiß, dass Brad Pitt und Angelina Jolie zusammen 3 Kinder und außerdem noch  3 Adoptivkinder haben, also insgesamt 6.
Hätte der Autor des Berichts korrekterweise „die beiden“  geschrieben, dann wäre gleich alles klar gewesen. 
Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass sich deutsche Journalisten in ihrer Ausbildung auch mit der deutschen Sprache befassen. Zumindest erwartet man das von den Redakteuren  der sogenannten „seriösen“ Presse. 
Von den farbigen Knallblättern ist man die simple reißerische Sprache ja gewöhnt, aber müssen sich die anderen davon anstecken lassen?

Montag, 18. Juni 2012

Frauenglück




Ja, vielleicht ist es ein bisschen simpel und passt nicht zu einer emanzipierten berufstätigen Frau.

Es ist aber so. Ich kann mich wirklich an kleinen Dingen erfreuen, an dem ersten zarten Birkengrün, an einer schön gedeckten Kaffeetafel, an einem spannenden Buch, sogar an einem blütenfrisch bezogenen Bett und natürlich an meiner Familie.

Am allerglücklichsten bin ich, wenn ich mit meinen Lieben am Frühstückstisch auf der Terrasse sitze, mit Kind und Kegel, Hund und Katz.

Ist das zu anspruchslos ?

Kürzlich las ich von einer Studie, die zum Thema „das Glück der Frauen“ in mehreren europäischen Ländern durchgeführt wurde. Es kamen Antworten wie Lachen mit Freunden, Fitness und Gesundheit, Zeit mit der Familie und Musik hören.

Der Kommentar dazu war niederschmetternd. 
In der Quintessenz ging es um die Frage, ob Frauen generell so einfach gestrickt sind oder ob man für die Umfrage nur die simpelsten Geschöpfe ausgewählt hat.

... und was soll ich nun dazu sagen ? 
Entweder gebe ich mich mit so banalen Dingen zufrieden, weil ich eben eine Frau bin oder ich gehöre zu der anspruchslosen Spezies mit dem schlichten Geschmack !  


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Donnerstag, 14. Juni 2012

Holunder



Jetzt blüht er wieder, der Holunder zwischen Haus und Garage. Er ist das Erste, was ich morgens sehe, wenn ich in der Küche den Rolladen hochziehe.


Die riesigen weißen Blüten verströmen einen ganz besonderen herben Duft und lassen den Geschmack des Saftes erahnen, der im Herbst aus den reifen Beeren gekocht wird.

Natürlich lassen sich auch die Blüten kulinarisch verwerten. 
Man kann sie frittieren oder hellen Sirup daraus kochen. Der schmeckt besonders köstlich, wenn man ihn mit Sekt aufgefüllt.

Aus den schwarzen Beeren kochte Tante Sophie früher Marmelade, Kompott oder süße Suppe, ihre berühmte Fliederbeersuppe. Da waren herrliche kleine Grieß-Klößchen drin. Lecker !

Bisher habe ich mir die Holunder-Produkte immer nur schmecken lassen. Selbst gekocht habe ich sie noch nie, aber vielleicht werde ich doch noch dazu animiert.

Ich habe nämlich einen sehr originellen Blog entdeckt mit Rezepten für diese Köstlichkeiten aus früheren Zeiten.
Er heisst „Kleiner Kuriositaetenladen“ (www.kuriositaetenladen.com). 
Die Autorin Stephanie Kosten ist unverkennbar ein Kind des Nordens. Wenn man ihre Texte liest, meint man förmlich, diesen sympathischen norddeutschen Tonfall zu hören.
Ich bin ein begeisterter Fan von ihr !

Montag, 11. Juni 2012

Koffer packen


Damit nichts knittert

Gelernt habe ich das von Fritz, der es seinerseits den amerikanischen Flugbegleiterinnen abgeschaut hatte, der bevorzugten Berufsgruppe seiner Sturm- und Drang-Jahre.

Ganz unten in den Koffer lege ich Kulturbeutel und Schuhe (in Schuhbeuteln). In die Lücken stopfe ich Strümpfe, Socken und Unterwäsche.

Den Schlafanzug lege ich so oben drauf, dass sich eine möglichst gleichmäßige glatte Oberfläche ergibt.

Nun kommt die Oberbekleidung :


Zunächst lege ich eine zugeknöpfte Jacke mit 
eingeklappten Ärmeln möglichst faltenfrei
hinein , und zwar so, dass der untere Teil
der Jacke aus dem Koffer heraushängt

Darauf wird der obere Teil eines Rocks oder einer Hose gelegt

und darüber kommen Blusen, T-Shirts und Tücher.




    

 
Nun wird der untere Teil des Blazers möglichst 
faltenfrei eingeklappt.

Zum Schluss falte ich den unteren Teil des Rocks  
oder der Hose darüber.






und so fahre ich schichtweise fort.

Auf diese Weise kann man verhindern, dass sich scharfe Falten bilden, und es kann nicht so leicht etwas verrutschen. 

Zudem kann man die einzelnen "Päckchen" bei Bedarf leicht herausnehmen, wenn man zwischendurch mal kurz an Necessaire oder Schuhe muss. Man braucht dann nicht den ganzen Koffer aus- und wieder einzupacken.


Dienstag, 5. Juni 2012

Etikette





Wenn man bei Google „Etikette“ eingibt, erscheinen zuerst Firmen, die Aufkleber herstellen.
Das mag manchem unlogisch vorkommen; es steht aber in direktem Zusammenhang mit gutem Benehmen.

Es heisst, Ludwig XIV habe an seinem Hofe mit beschrifteten Schildchen für Ordnung gesorgt. Mit HIlfe dieser Zettelchen sollten sich seine Höflinge in der häufig wechselnden Hierarchie und  den vielen Vorschriften zurechtfinden.

So also ist aus dem französischen Wort étiquettes das Synonym für gute Umgangsformen entstanden.

Den Ausdruck gibt es in vielen Sprachen; man findet ihn als Gesellschafts-Etikette und als Business-Etikette.

In unserer globalisierten Welt müssen sich Geschäftsleute häufig mit den unterschiedlichen Gepflogenheiten in den einzelnen Ländern auseinander setzen. Manche europäische Sitte kann im asiatischen Raum unangenehm auffallen, und mancher asiatische Brauch gilt hier als schlechtes Benehmen.

Da würden einem kleine Schildchen wie beim Sonnenkönig das Leben schon mal leichter machen !