Samstag, 5. Mai 2012

Obst oder Kuchen ?




Kürzlich war ich bei einer alten Schulfreundin zum Tee eingeladen. 

Dorothee wohnt in einer kleinen Villa im Grünen, die vor einigen Jahren aufwendig saniert und renoviert wurde. 

Der Tisch für unsere Ehemaligen-Runde war im Wintergarten gedeckt. Auf dem wunderschön aufgearbeiteten Mahagonitisch stand edles Porzellan, neben jedem Gedeck eine fein gestärkte kleine Damastserviette, in der Tischmitte ein Blumenarrangement in silberner Schale – alles farblich abgestimmt. Ich war beeindruckt.
  
Die Hausherrin brachte gerade die beiden Torten herein, als mein Blick auf das Besteck fiel. Da lagen keine Kuchengabeln, sondern kleine Messerchen und Gäbelchen  -  Obstbesteck! 

Konnte es sein, dass Dorothee den Unterschied nicht kannte? Oder sollte das besonders fein sein? 

Meine liebe Doro, süßen Kuchen schneidet man nicht mit dem Messer, und außerdem kann man ihn mit den spitzen Zinken der Obstgabeln auch nicht richtig aufspießen. 

Von unserer schlauen Tante Sophie weiß ich, dass Kuchengabeln seit den Dreissigerjahren des 20.Jahrhunderts gebräuchlich sind. Damals kam diese besondere Gabel auf, die mit ihrem breiteren linken Zacken das Zerteilen des Kuchens erleichtert.

Früher wurde oft frisches Obst als Nachtisch gereicht. Es wurde auf einem kleinen Obst-Teller serviert, mit einem kleinen scharfen Obst-Messer geschält, mit ebendiesem Messerchen geschnitten und mittels einer kleinen spitzen Obst-Gabel gegessen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen