Dienstag, 27. März 2012

Frau Puhvogel telefoniert




"Hier ist Frau Puhvogel"

Das klingt ja entsetzlich verstaubt !

Wenn sich am Telefon jemand mit  "Frau SoundSo" meldet, denke ich unweigerlich an eine Frau gesetzten Alters, was aber nicht immer zutrifft.

Es gibt immer wieder junge Frauen, die sich am Telefon so melden. 
Ich vermute, dass es sich dabei um  Berufsanfängerinnen handelt. Vielleicht denken sie, dass sie dadurch erwachsener klingen.

Nein ! Das ist einfach hausbacken und völlig überholt.

Bei unseren Großmüttern mag es noch durchgegangen sein. In die heutige Zeit passt es definitiv nicht.
Warum meldet man sich nicht mit Vor- und Nachnamen?
Unser Vorname gehört genauso zu unserer Persönlichkeit wie unser Familienname. (wahrscheinlich noch mehr; der Nachname kann sich ja unter Umständen durch eine Heirat ändern).

Man stelle sich mal vor, ein Mann würde sich mit "hallo, hier ist Herr Meier-Schulze" melden!

Jedenfalls wird „hier ist Frau Puhvogel“ bei mir gleich entsprechend eingeordnet. Sie wandert umgehend in die Schublade mit den tutigen Seniorinnen !

Donnerstag, 22. März 2012

lecker, lecker !




Jetzt ist es amtlich, auch kalendarisch : Der Lenz ist da!

Die dicken Stiefel habe ich in die Abseite gestellt, den Eimer mit dem Streusalz in die hinterste Ecke der Garage und das Auto ist zum Reifenwechsel angemeldet. 

Es juckt mir schon in den Fingern. Bald kommen wieder Rosenschere und Hacke zum Einsatz.

Auch  beim Frühstück gilt ab sofort der Sommerfahrplan. Vorbei die Zeiten mit warmem Porridge, es gibt wieder leckeres Birchermüesli.

Mein Lieblings-Müesli setze ich noch im Schlafanzug an. Es ist ein richtiges Zeremoniell  (hat vielleicht etwas mit meinem fortgeschrittenen Alter zu tun ...., aber das kann eigentlich gar nicht sein!)

2-3 EL gemischte Hafterflocken (kernige und zarte) weiche ich mit wenig Wasser ein

Dann mache ich mir in Ruhe einen Kräutertee, den ich auf nüchternen Magen trinke (bringt alle Innereien in Schwung)

Nach dem Duschen geht es mit Obstschnibbeln weiter :

1 Apfel, gerieben oder klein geschnitten,
1 Banane oder andere Früchte der Saison, in mundgerechten Stücken,
eine gute Handvoll Beeren  (was  freue ich mich auf die Früchte aus dem eigenen Garten, weiße, rote Johannisbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren und dazu die Himbeeren aus dem Wald)

Kerne und Nüsse dürfen natürlich nicht fehlen :
Am liebsten nehme ich Kürbiskerne, Walnüsse und gehackte Mandeln, manchmal auch Haselnüsse, Sonnenblumenkerne oder Leinsamen

Zu guter Letzt gebe ich einige großzügige Kleckse Bio Naturjoghurt bei und mische alles mit den eingeweichten Haferflocken.

Wenn das keine ideale Grundlage für einen erfolgreichen Tag ist !

Freitag, 16. März 2012

Lost in Translation





"Das Verb, das Verb, bitte das Verb!"  Das ist der klassische Hilferuf des Dolmetschers


Manche deutschen Redner machen es den Dolmetschern wahrlich nicht leicht. 
Schnelle, undeutliche oder stark dialektgefärbte Sprechweise, ellenlange Sätze mit Einschiebungen, monoton abgelesene Manuskripte, Witze, Wortspielereien, Anspielungen auf deutsche Persönlichkeiten oder deutsche Werbung können die Leute in den Kabinen  zur Verzweiflung treiben.

Viele Referenten vergessen, dass unter ihren Zuhörern häufig mehr Ausländer als Einheimische sitzen. 

Am liebsten würde ich mal ein Seminar veranstalten für Redner, deren Beiträge verdolmetscht werden. Ich hätte eine Menge guter Tipps parat!


Zahlreiche Ausdrücke aus der Werbung sind in unsere Umgangssprache eingegangen und können durchaus als auflockerndes Stilelement eingesetzt werden. Man denke nur an  "ich abe gar keine Auto" , an  "hier werden Sie geholfen"  oder  "was erlaube Strunz ".  Deutsche verstehen die Anspielung, aber was ist mit den Ausländern?


Bei der Erwähnung von "Schumakker " denken natürlich auch Italiener sofort an Motorsport, aber welcher Franzose  kann mit  „Herrn Kaiser“  was anfangen und welcher Amerikaner versteht wohl die Anspielung auf das  „Kölner Dreigestirn“?  Das ist ja schon für Bayern ein Problem.


Kürzlich bei einer Energie-Konferenz würzte der Vertreter einer Bank seine Vorstellung mit der Anmerkung, er habe beruflich auch mit „Kohle“  zu tun. Sehr witzig! ... aber wie bitte soll man das auf Italienisch so verständlich und schnell rüberbringen, dass die Ausländer an der gleichen Stelle lachen können? Beim Simultan-Dolmetschen hat man ja nicht so viel Zeit, und eine nachgeschobene Erklärung geht womöglich im Applaus der deutschen Zuhörer unter. 

Das Phänomen gibt es natürlich auch in anderen Sprachen. Ich erinnere mich an das gehauchte "B.O."  aus einer englischen Deo-Werbung. B.O. stand für Body Odour (Körpergeruch) und wurde im Bedarfsfall den betreffenden Kandidaten diskret ins Ohr geflüstert. Jeder wusste Bescheid.

Wie wäre das manchmal hilfreich, wenn es so was im Deutschen auch gäbe! Aber das ist ein anderes Thema.

Dienstag, 13. März 2012

Frühlingserwachen




Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte  .........


Nicht nur das Frühlingsband, auch  Einladungen zu den ersten Festen im Freien flattern durch die Lüfte, und in meinen Briefkasten.

Gerade kam eine pastellfarbene Karte mit Einladung zum „Frühlings-Buffet“ am Sonntagmittag Ende März, 

Anzug : smart casual

Ich werde eine schmale Hose mit Bluse und Blazer anziehen, dazu elegante Pumps mit mittelhohem Absatz. Ob ich einen Schal aus meiner stetig wachsenden Kollektion um den Hals drapiere, werde ich von der Außentemperatur abhängig machen.

Fritz wird seine übliche graue Flanellhose, ein dezent-kariertes Jackett, vielleicht auch einen dunklen Blazer, klassisches helles Baumwollhemd und eine fröhliche Krawatte tragen. Wie ich ihn kenne, wird das farblich passende Einstecktuch nicht fehlen.
  
Bei den Jungs darf es ein klein bisschen lässiger sein. Sie werden zum Sakko wahrscheinlich Chinos oder gepflegte Cordhosen tragen und die obersten Hemdknöpfe offen lassen. Eine Krawatte brauchen Sie nicht unbedingt umzubinden.
Man wird  allerdings darauf achten müssen, dass sie statt der üblichen Turnschuhe anständige Lederschuhe anziehen, zum Beispiel Brogues (Budapester), und dass die Baseball-Kappe zu Hause bleibt.

Es heißt ja ausdrücklich smart casual, nicht etwa casual !

Samstag, 10. März 2012

einfach göttlich !




Nächste Woche soll es frühlinghaft warm werden, aber noch ist es ziemlich kalt.
Also muss man sich von innen aufwärmen.


Nach dem Spaziergang trinke ich deshalb gerne eine gepflegte Tasse heiße Schokolade, am liebsten mit einem kleinen starken Espresso verfeinert. Fritz peppt seine Portion mit einem Schuss Hochprozentigem auf, Whisky, Rum oder Pflümlischnaps. Besonders wählerisch ist er dabei nicht; er  nimmt, was der Schnapsschrank hergibt.


Grundrezept für meine heiße Schokolade :
pro Portion  1 Tasse Milch (wenn Espresso dazukommen soll, etwas weniger)
15 gr Edelbitter oder Zartbitter Kuvertüre, in kleine Stücke gebrochen
1 Prise Zimt 
(wahlweise abgeriebene Orangenschale, Vanille, frisch gemahlenen Pfeffer oder Chili)

Die Milch zum Kochen bringen, vom Feuer nehmen
kleingebrochene Schokolade darin schmelzen
mit dem Schneebesen schön luftig schlagen
Zimt und/oder andere Aromen dazugeben

in eine große Tasse füllen

obendrauf eine weiße Haube, entweder aus festem Milchschaum oder aus luftig geschlagener Sahne

zum Schluss mit Schokospänen bestreuen

Wenn einem da nicht warm ums Herz wird, stimmt etwas nicht !

Mittwoch, 7. März 2012

es ist angerichtet



So braucht unser Tisch natürlich nicht jeden Tag  auszusehen !

Aber ein bisschen Stil ist auch ohne besonderen Anlass nicht verkehrt 
.
Die Grundregel beim Tischdecken ist einfach :

Das Besteck  wird so hingelegt, dass man es nach der Speisenfolge von außen nach innen benutzen kann, d.h. bei der Vorspeise nimmt man die äußersten Besteckteile, beim Hauptgang die innersten.

 Dabei liegen die Besteckteile einen Daumen breit von der Tischkante und ungefähr genauso weit vom Tellerrand entfernt.

Messer und Suppenlöffel liegen rechts vom Teller, Gabeln links. Das Dessertbesteck liegt oben quer über dem Teller. 


Der Brotteller steht links neben den Gabeln, etwas nach oben versetzt. Diagonal darauf liegt das Messerchen für den Brotaufstrich.

Fast überall in Deutschland liegen Löffel und Gabeln mit der offenen Seite nach oben, in einigen Regionen Süddeutschlands umgedreht.
Das wird übrigens auch in einigen anderen Ländern so gehandhabt,
zum Beispiel in England. Man erkennt das unschwer an Monogrammen oder anderen Verzierungen. 

Bei mehrgängigen Menüs deckt man nicht alle Besteckteile im voraus, um den Tisch nicht zu überladen. Das Besteck für Zwischengericht und Käse wird üblicherweise erst mit dem entsprechenden Gang eingesetzt.

Das Rotweinglas steht oberhalb des Fleisch- oder Fischmessers des Hauptgangs. Die restlichen Gläser stehen entweder in einer Reihe oder im Dreieck rechts vom Rotweinglas.

Bei der Serviette sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Mal findet man sie auf dem Teller, mal links davon, mal oben drüber - liegend, stehend, gerollt, gedreht, als Fächer, Seerose, Lilie oder Bischofsmütze.   


.... und jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass es etwas Leckeres zu essen gibt !

Donnerstag, 1. März 2012

dem oder den ?



Ich bin mal wieder zu einer Hochzeit eingeladen.

Die Trauung findet statt am Samstag, den 1.April

So steht es jedenfalls in der Anzeige, und das ist sicher nicht als April-Scherz gedacht.

Diese falsche Grammatik-Form findet man leider sehr häufig  -  so häufig, dass ich selbst ins Zweifeln geriet. Ich rief sogar den  Duden-Verlag an und ließ mir bestätigen, dass es sich hier tatsächlich um einen Dativ handelt und dass das Pronomen deshalb  dem  lauten müsste. 

Merke :
Heute ist nicht Samstag, der 1.April
Die Einladung ist für Samstag, den 1.April
denn die Hochzeit findet am Samstag, dem 1.April statt

Wer auch nur einfachste Grundkenntnisse der deutschen Grammatik hat, sollte die Fälle eigentlich auseinanderhalten können.

Mit ein bisschen Nachdenken ist man hier klar im Vorteil !