Freitag, 24. Februar 2012

Trinkgeld




Das ist immer wieder ein schwieriges Thema.

Gibt man zu wenig, wirkt es knauserig. Gibt man zu viel, sieht es protzig aus.

Ich bin einmal in einem österreichischen Landgasthaus aufgefallen, weil ich viel zu viel Trinkgeld gegeben habe. Da konnte ich an der Miene des Kellners förmlich ablesen, wie er mich in die Schublade  protzige Piefkes  gesteckt hat.
 
In Deutschland gibt man normalerweise 5 -10% Trinkgeld -  natürlich nicht auf den Cent genau. Man sollte möglichst auf einen glatten Betrag auf-  oder abrunden, je nach Zufriedenheit. 

Wenn der Service schlecht war, kann man auch mal weniger geben. Wenn man besonders zufrieden war, rundet man eher nach oben auf. 

Beim Frisör gebe ich nur den Angestellten Trinkgeld, dem Chef nicht. 

Man sollte bedenken, dass viele dieser Dienstleister auf das Trinkgeld angewiesen sind, weil  sie nur ein relativ niedriges Grundgehalt haben.

Wenn ich beruflich unterwegs bin und für meine Taxifahrt einen Beleg brauche, rechne ich das Trinkgeld dazu und bitte den Fahrer, den Gesamtbetrag auf die Quittung zu schreiben.

Zahle ich im Restaurant mit Kreditkarte, lege ich das Trinkgeld gerne in bar dazu. So weiß ich, dass es an der richtigen Stelle ankommt.

Bei größeren Feiern im Lokal, zum Beispiel bei Hochzeiten, fällt die Rechnung zwangsläufig etwas höher aus. Da reichen als Trinkgeld in der Regel  5%, die man sich am besten schon vorher in kleinen Scheinen in die Tasche steckt. Empfänger ist in diesem Fall der Oberkellner, der das Geld an die Servicekräfte verteilen kann.

In der Schweiz ist es wesentlich einfacher. Dort wurde nach einer Volksabstimmung das Trinkgeld schon vor Jahren für alle Berufssparten abgeschafft - genauer gesagt, es ist seitdem im Preis enthalten. Das schließt nicht aus, dass man krumme Beträge aufrundet, wenn man mit dem Service zufrieden war.

In Italien steht auf der Restaurantrechnung üblicherweise ein Prozentsatz für das Coperto (das Gedeck). Eigentlich wäre kein Trinkgeld mehr nötig, aber großzügige Gäste (mit Stil) runden auch hier auf.

Im Gegensatz dazu wird in amerikanischen Restaurants erwartet, dass man ungefähr 20% Tip gibt. Kein Wunder, dass dort der Self Service so beliebt ist!

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